Laufen: Tattoos mindern die Leistung

Sind Tattoos für Sportler schädlich?

Tätowierungen mindern die Leistung. Tattoos gehören heutzutage für viele zum Lifestyle dazu. Wie schädlich sind sie für Läufer?

Ganz besonders Fußballer machen es vor: Tätowierungen gehören für viele zum modernen Lifestyle. Kürzlich hat Professor Ingo Froböse von der Deutschen Sporthochschule Köln die Tattoos von Fußballern scharf kritisiert: „Ich würde Tätowierungen verbieten. Bei den Klubs wird jede Kleinigkeit ernst genommen, da geht dieses Verhalten gar nicht. […] Den Vereinen würde es guttun, ihrer Verantwortung und der Leistungsfähigkeit ihrer Spieler mehr Beachtung zu schenken.“

Warum mindern Tätowierungen die Leistung von Sportlern?

Aus diversen Studien schließt der Wissenschaftler, dass die Fußballprofis Leistungseinbußen von 3 bis 5 Prozent erleiden. Denn die Haut ist das größte Organ des Menschen und wird durch die beim Tätowieren eingesetzten Farbpigmente vergiftet. Die Tinte bleibt nicht in der Haut, sondern geht zu 60 bis 70 Prozent in die Blutbahnen. Dadurch leiden Leistungsfähigkeit und Regeneration. Insbesondere großflächige Tattoos beeinflussen laut Prof. Froböse das Schwitzen und damit auch die Thermoregulation.

Fußballer legen während eine Spiels weite Strecken zurück. Je nach Spielposition liegen die Distanzen durchaus im Bereich von ca. 10 Kilometern. Durch die vielen Sprints muss der Körper dabei Höchstleistungen bringen.

Aber auch viele Läufer legen weite Strecken zurück. Im ambitionierten Hobbybereich sind Trainingsumfänge von 50-100 Kilometern pro Woche (und mehr) durchaus üblich. Zwar sind Läufer meistens in gleichmäßigem Tempo unterwegs und Intervalltraining gehört nicht zum tagtäglichen Trainingsalltag. Nichtsdestoweniger kann davon ausgegangen werden, dass Tätowierungen für engagierte Läufer ähnlich schädlich sind wie für Fußballer.

Wie gefährlich sind Tattoos für Läufer?

Wer ins Tattoostudio geht, sollte sich vorher gut informieren. Das gilt nicht nur für Sportler. Aktuelle Studien gehen davon aus, dass ca. 10 bis 15 Prozent der Deutschen tätowiert sind. Gemäß einer Studie der Universität Regensburg haben 6 Prozent der Tätowierten im Anschluss gesundheitliche Probleme. Das sind über ein halbe Millionen Menschen. Zu den Beschwerden gehören unter anderem Entzündungen, Knötchen sowie Lichtempfindlichkeit.

Die Farbpigmente fanden Forscher und Ärzte insbesondere in den Lymphknoten. Das ist insofern bedenklich, als dass die Lymphknoten zum Immunsystem des Körpers gehören und eine Art „Filterstation“ darstellen.

Woraus bestehen die beim Tätowieren eingesetzten Farben?

Die beim Tätowieren eingesetzten Farben können das reinste Giftcocktail sein. Da sie kein Medizinprodukt sind, unterliegen sie auch keinem Genehmigungsverfahren. Sie gelten nicht einmal als (kontrollpflichtiges) Kosmetikprodukt, da sie nicht auf die Haut aufgetragen, sondern in die Haut eingebracht werden. Und erst seit 2009 gibt es in Deutschland überhaupt eine Tätowiermittelverordnung die aber lediglich festlegt, welche bekannten giftigen und krebserregenden Stoffe nicht verwendet werden dürfen.

Jeder Tätowierer kann seine Farben selbst mischen. Bei schwarzer Farbe wird hauptsächlich Ruß eingesetzt, bei bunten Farben kommen teilweise Farben zum Einsatz, die zur Lackierung von Autos entwickelt wurden. Untersuchungen haben ergeben, dass die beim Tätowieren eingesetzten Farben bis zu hundert unterschiedliche chemische Einzelsubstanzen enthalten.

Können Tattoos krank machen?

Da die verwendeten Farb- sowie Inhaltsstoffe meist nicht bekannt sind, besteht das Risiko, dass allergieerregende Substanzen eingesetzt werden. Bei schwarzer Tätowierfarbe kann das beispielsweise Nickel sein, auf das relativ viele Menschen allergisch reagieren. Legt das Tätowierstudio keinen Wert auf hygienisch einwandfreie Zustände, so kann es durch das Stechen zu Infektionen kommen. Gewebewucherungen und nässende Wunden können ebenso zu den unerwünschten Begleiterscheinungen einer Tätowierung gehören.

Tattoos einfach entfernen

Früher galt: ein Tattoo hält ein Leben lang. Auch wenn es – je nach Hauttyp – an den Rändern mehr oder weniger schnell ausfranst und die Farben im Laufe der Jahre verblassen. Das bedeutete allerdings auch, dass die Motivwahl wohlüberlegt sein wollte.

Heute suggeriert die Medizin, dass es dank moderner Lasertechnik kein Problem mehr ist, ein unerwünschtes Tattoo wieder zu entfernen. Diese Annahme gilt allerdings unter Vorbehalt. Da die genaue Farbzusammensetzung nicht bekannt ist, ist es nicht immer möglich, ein Tattoo wieder vollständig zu entfernen. Insbesondere bei farbigen Motiven.

Zudem ist derzeit noch unklar, welche Langzeitwirkungen die Tattooentfernung mit einem Laser hat. Denn die Farbkristalle werden bei der Laserentfernung zertrümmert und dabei neue Bestandteile freigesetzt, die allergische Reaktionen auslösen können. Experten gehen davon aus, dass sich ein Teil dieser Farbpigmente in den Lymphknoten, der Leber und der Milz anreichern. Außerdem ist die Entfernung eines Tattoos teuer. In der Regel zahlt man einen wesentlich höheren Preis für die Entfernung als für das Stechen des Tattoos. Zwar gibt es Online-Kalkulatoren zur Berechnung der Kosten für eine Tattooentfernung. Die angegebenen Preise sind allerdings die Kosten pro Behandlung. Sie liegen meist im Bereich von 50 bis 400 Euro. Je nach Einstichtiefe und Farbintensität eines Tattoos sind in der Regel zwischen 5 bis 15 Laserbehandlungen notwendig – manchmal sogar mehr. Die Krankenkassen leisten dafür keinerlei Zuzahlung und die Betroffenen müssen selbst in vollem Umfang für die Kosten aufkommen. Da die Haut zwischen zwei Laserterminen mindestens 4 Wochen Erholung braucht, kann sich die Tattooentfernung lange hinziehen.

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